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Blog · · 4 Min. Lesezeit

Spitzensportler als Speaker: Worauf es bei der Auswahl ankommt

Sportgeschichten sind beliebt, aber nicht jede passt zu jedem Anlass. Sechs Kriterien für die Auswahl – aus Sicht eines ehemaligen Leichtathleten, der heute selbst spricht.

Sportlerinnen und Sportler sind als Speaker beliebt. Die Geschichten sind greifbar, die Emotionen echt, und fast jeder im Publikum kann sich an einen eigenen Wettkampf erinnern, und sei es nur der Sporttag in der Schule.

Trotzdem ist nicht jeder Sport-Vortrag automatisch ein guter Vortrag. Manche unterhalten gut, lösen aber am nächsten Morgen nichts mehr aus. Seit ich selbst spreche, frage ich mich oft: Was unterscheidet einen guten Sport-Vortrag von einem netten?

Ich habe neun Jahre Kunstturnen hinter mir, danach Leichtathletik von 2020 bis 2024, mit der U18-EM über 400 m und acht Medaillen an Schweizer Meisterschaften. Heute arbeite ich als Management Associate bei einer grossen Versicherung. Aus dieser Doppelrolle heraus teile ich hier, worauf ich bei der Auswahl achten würde, wenn ich selbst einen Anlass organisieren müsste.

Der Transfer zählt mehr als die Medaille

Das wichtigste Kriterium ist für mich der Transfer. Eine Medaille beeindruckt fünf Minuten. Was bleibt, ist die Frage, die das Publikum mit nach Hause nimmt.

Fragen Sie deshalb im Vorgespräch nicht nur: Was haben Sie erreicht? Sondern: Was soll unser Publikum danach anders machen? Ein guter Speaker kann diese Frage konkret beantworten. Bei mir ist es zum Beispiel die Unterscheidung, die ich nach meinem Wechsel vom Turnen in die Leichtathletik gelernt habe: Was nehme ich mit, und was muss ich neu trainieren? Diese Frage funktioniert in einer Transformation genauso wie in einer Lehre.

Ehrlichkeit statt Heldengeschichte

Die stärksten Momente in Sportgeschichten sind selten die Siege. Es sind die Momente, in denen etwas nicht aufgeht.

Ich erzähle zum Beispiel offen, dass meine U18-EM 2022 in Jerusalem nicht ganz so lief, wie ich es mir erhofft hatte. Nach zwei Jahren Vorbereitung lief ich etwa die fünftschnellste Zeit meiner Saison. Es war sehr heiss, die Bühne gross, ich war nervös. Das ist keine Geschichte von Triumph, aber eine, in der sich viele wiederfinden: Man arbeitet lange auf einen Moment hin, und dann zeigt man nicht ganz das, was man kann.

Achten Sie darauf, ob ein Speaker solche Momente zulässt. Wer nur von Erfolgen erzählt, wirkt schnell weit weg. Wer auch über Rückschläge spricht, schafft Nähe, und genau dort entsteht Lernen.

Die Verbindung zur Welt des Publikums

Eine Sportkarriere allein macht noch keinen guten Vortrag für ein Firmenpublikum. Entscheidend ist, ob der Speaker die Welt seines Publikums kennt.

Mir hilft, dass ich beide Seiten erlebe: den Startblock und das Sitzungszimmer. Ich arbeite in Teams, in denen die anderen meist über 50 sind, und präsentiere vor der Geschäftsleitung. Dabei habe ich gelernt, was im Sport so nicht vorkommt. Eine gute Idee allein reicht nicht. Kommunikation und Stakeholder-Management sind oft entscheidend.

Fragen Sie deshalb nach: Wie kennt die Person den Alltag in Ihrer Branche, in Ihrer Schule oder in Ihrem Verband? Und wie passt sie ihre Beispiele daran an?

Sechs Fragen für die Auswahl

Wenn ich die Punkte zusammenfasse, würde ich vor einer Buchung diese Fragen klären:

  • Ziel: Was soll das Publikum nach dem Vortrag anders denken oder tun?
  • Transfer: Wie übersetzt der Speaker seine Geschichte in den Alltag Ihres Publikums?
  • Ehrlichkeit: Kommen auch Rückschläge und offene Fragen vor, oder nur Erfolge?
  • Passung: Spricht die Person die Sprache Ihres Publikums, ob Kader, HR, Lernende oder Fachpersonen?
  • Format: Braucht es eine Keynote im Saal, einen kurzen Impuls, ein Interview oder etwas Aktives wie einen Workshop draussen?
  • Vorbereitung: Nimmt sich der Speaker Zeit für ein Vorgespräch und passt den Inhalt an?

Ein praktischer Hinweis noch: Klären Sie auch die Sprache. Ich halte meine Vorträge zum Beispiel auf Deutsch oder Schweizerdeutsch. Das ist für die meisten Anlässe in der Deutschschweiz ein Vorteil, für ein internationales Publikum aber eine wichtige Information.

Mut ist kein Talent

Ein Thema, das in Sportvorträgen oft vorkommt, ist Mut. Leider wird er dabei gern als Eigenschaft von Ausnahmetalenten dargestellt. Das hilft dem Publikum wenig.

Meine Erfahrung ist eine andere. Nach dem Aus im Kunstturnen brauchte der Neubeginn mehr Mut als das Weitermachen. Im ersten Leichtathletik-Training hiess es, ich laufe wie eine Ballerina, mit gestreckten Zehen, typisch für Kunstturner. Vieles war ungewohnt. Ich habe trotzdem weitergemacht.

Mein Einstieg in den Vorstand des Innerschweizer Leichtathletikverbands war ein ähnlicher Schritt. Ich bin selbst auf den Vorstand zugegangen, statt zu warten, bis mich jemand fragt. Mut entsteht oft genau dort: bevor es sicher ist. Ein guter Vortrag zeigt, wie man diesen ersten Schritt im Alltag kleiner macht, statt ihn zu glorifizieren.

Wenn Sie für Ihren Anlass einen Speaker aus dem Spitzensport suchen, passen dazu meine Themen «Vom Spitzensport ins Business» und «Mut, bevor es sicher ist». Gern bespreche ich mit Ihnen in einem kurzen Gespräch, was Ihr Publikum mitnehmen soll – und sage Ihnen auch ehrlich, wenn ein anderes Format besser passt.

Luca Moser · Speaker für Generationen, Veränderung und Spitzensport

Luca Moser im Pullover, lächelnd

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Datum, Ort, Publikum, Rahmen: Schreiben Sie mir in zwei, drei Sätzen, worum es geht. Ich melde mich persönlich, und wir klären gemeinsam Thema und Format.

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